Aggression – sie stört uns und erregt unseren Widerstand. Heutzutage werden wir in der Welt um uns herum, in Interviews, Filmen, Geschichten und vielen anderen Situationen mit Aggression konfrontiert.
Es ist besorgniserregend, dass das Aggressionsverhalten von Kindern enorm gestiegen ist. Am häufigsten richten Kinder ihre Aggressionen gegen ihre Eltern/Erziehungsberechtigten, Gleichaltrige und manchmal auch gegen sich selbst. Wir als Eltern, Pädagogen, Therapeuten fragen uns, was wir tun sollen, wenn sich ein Kind aggressiv verhält. Eines ist jedoch sicher: Es ist notwendig, auf jedes aggressive Verhalten sofort zu reagieren und Maßnahmen dagegen zu ergreifen, da es sonst dauerhaft werden kann.

Was erfahren Sie in diesem Beitrag?
Was sind Aggressionen und ihre Ursachen?
Wie geht man mit einem Kind um, das körperlich, verbal oder indirekt aggressiv ist?
Was sind Aggressionen und ihre Ursachen?
Jedes aggressive Verhalten hat seine eigenen Ursachen. Um es wirksam zu bekämpfen, ist es wichtig, diesen Ursachen auf den Grund zu gehen. Es ist oft eine Reaktion auf verschiedene, schwierige Situationen und unangenehme Ereignisse, die körperliche oder psychische Schäden verursachen können, auch Angst und Unsicherheit zählen dazu. Aggressives Verhalten eines Kindes kann auch eine Folge davon sein, dass es unangemessene, brutale Zeichentrickfilme, Fernsehsendungen oder Filme im Internet sieht. Kinder, die mit solchen Inhalten „gesättigt“ sind, spielen und imitieren in der Regel das Verhalten ihrer Helden, sie wollen sie im wirklichen Leben verkörpern und damit auf negative Gefühle reagieren.
Man unterscheidet körperliche, verbale und indirekte Aggressionen
- körperlich – Schlagen, Spucken, Treten, Rebellieren, Boxen
- verbal – Schimpfen, Anschreien, Beleidigen, Verspotten
- indirekt – Bestehlen, Zerstören, Verleumden
Kinder mit aggressivem Verhalten sind nicht einfach im Umgang und bereiten ihren Eltern und Betreuern oft viele Sorgen. Sie halten sich nicht an vereinbarte Regeln und sind eine Herausforderung für das Zusammenleben in der Gruppe mit Gleichaltrigen. Sie verstehen die Emotionen der anderen nicht und können ihre eigenen Gefühle nicht auf konstruktive Weise ausdrücken.
Wie geht man mit einem Kind um, das körperlich, verbal oder indirekt aggressiv ist?
Menschen, die mit solchen Kindern arbeiten, sollten Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass das Kind seine Gefühle und Emotionen benennen kann und in der Lage ist, seine Aggressionen bewusst zu unterdrücken. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man mit Gefühlen von Wut umgeht und wie man sich verhält, wenn andere wütend werden.
Wenn ein Kind schlägt, sollte man schnell einschreiten und das Kind beruhigen. In einem bestimmten, aber ruhigen Tonfall erklären, dass dieses Verhalten nicht akzeptiert wird. Es kann hilfreich sein, das Kind mit seinem Namen anzureden.
Es ist wichtig, Grenzen zu setzen. „Stop“ oder „Nein“ reichen oft schon. Empfehlenswert ist es auch, professionelle Unterstützung zu suchen, z.B. bei einem Therapeuten. Dieser leitet die Kinder dazu an, das eigene Verhalten zu reflektieren und unterschiedliche Perspektiven einzunehmen. Sie lernen, die eigenen Gefühle besser zu begreifen, die Konfliktsituation richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren.


Den Abbau von überschüssiger Energie, Frust und Ärger kann man mit dem Anti-Aggressionsschläger oder der Wuttrampelmatte unterstützen. Auch am Sitzsack – Mr. Angry und am Wutkissen können die Kinder ihre Gefühle herauslassen.
Wie kann man Aggressionen abbauen?
Aggressives Verhalten darf nicht zum Erfolg führen. Ein falscher Umgang mit aggressivem Verhalten führt häufig zur Eskalation.
Kinder müssen lernen, was erlaubt ist und was nicht. Klare Regeln sollten aufgestellt werden und dann auch konsequent umgesetzt werden.
Die Kinder müssen lernen, ihr aggressives Verhalten zu kontrollieren.
Dabei helfen:
- spielerische Duelle
- Teamwettbewerbe, in denen der Gemeinschaftssinn gestärkt wird
- Gefühle rauslassen mit Hilfe von Wutkissen, Anti-Aggressionsschläger oder Wuttrampelmatte
- Sport
- gezielte Therapiestunden


Kinder müssen erst lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Sie müssen sich in ihrer Umwelt behaupten und ihre eigenen Grenzen ausloten. Dabei gibt es Situationen, die sie überfordern oder frustrieren. Wir Erwachsenen sollten ihre Gefühle ernst nehmen und ihnen helfen, den richtigen Weg zu finden, um Aggressionen abzubauen.
(Autorin: Dorota Szwugier, Pädagogin und Therapeutin)

R. Portmann: Spiele zum Umgang mit Aggressionen.
