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Raumgestaltung im Kindergarten für eine ganzheitliche Entwicklung

Der Besuch von Krippe und Kita hilft Kindern in vielerlei Hinsicht, sich zu entfalten und körperliche, mentale und emotionale Fähigkeiten zu entwickeln. Sie toben, schlüpfen in verschiedene Rollen, bauen, malen und basteln, lesen und entspannen sich, um die vielen Reize zu verarbeiten. Hierfür brauchen sie natürlich eine sorgfältig eingerichtete Umgebung mit verschiedenen Bereichen zum Bewegen, kreativen Schaffen und Ausruhen.

Die Raumgestaltung im Kindergarten bestimmt dabei die Welt, die die kleinen Abenteurer erkunden können, sowie gleichermaßen die Art, wie sie es tun. Nicht umsonst wird der Raum selbst als „dritter Erzieher“ bezeichnet. Er bildet den Rahmen für die kindliche Entwicklung, bietet Anregungen und Herausforderungen und vermittelt gleichzeitig Geborgenheit mit Rückzugsmöglichkeiten. Dabei wird seine Wirkung von vielerlei Faktoren beeinflusst, wie den Möbeln selbst, ihrer Anordnung, den Materialien, der Farbgebung und mehr. Das Zusammenspiel all dieser Elemente bestimmt, ob ein bestimmter Bereich anregend, konzentrationsfördernd oder beruhigend wirkt. Außerdem bietet die Einrichtung den Kindern Ordnung und Orientierung je nach Spielinteressen, Bewegungsdrang oder Ruhebedürfnis.

Über diese vielschichtigen Zusammenhänge ließen sich ganze Fachbücher schreiben – was viele Psychologen und Pädagogen auch bereits getan haben. Für einen Blogartikel sprengt dies logischerweise den Rahmen. Allerdings hat Ihnen insGraf die wichtigsten Aspekte sowie einige praktische Tipps und Tricks für die Raumgestaltung in Ihrem Kindergarten zusammengefasst:

Die Wirkung der Raumgestaltung im Kindergarten

Räume sind nicht nur funktionale Orte, die Möbel und andere Gegenstände enthalten. Allein mit ihrer Ausgestaltung lösen sie bestimmte Empfindungen aus und fordern zu bestimmten Aktionen auf – oder drängen, sie zu unterlassen. So kann ein Spielzimmer noch so viele verschiedene Aktivitäten bereitstellen, wenn nicht genügend Platz zum Bewegen vorhanden ist, wenn der Teppich kalt und rau ist, oder wenn die Farbgebung eher zum Dösen als zum Toben animiert, verfehlt der Raum seinen Zweck. Andersherum darf ein Ruhebereich nicht mit Ablenkungen aufwarten oder mit grellen, kontrastierenden Farbtönen Unruhe und Unwohlsein auslösen.

Eine gute Raumgestaltung in Kindergärten findet also je nach Nutzung bedürfnisorientiert statt – und zwar hinsichtlich aller Elemente. Die unterschiedlichen Bereiche sollten dabei je einen entwicklungsspezifischen Anspruch bedienen: Bewegung, Kreativität, Ruhe usw. Einrichtung und Aufteilung wirken möglichst einladend und strahlen sowohl Beständigkeit als auch Veränderbarkeit aus. Und für eine altersgerechte Sinnesentwicklung liefern Farben, Materialien, Licht und Akustik die passende sensorische Stimulation.

Kinder spielen und lesen in einem blau gestalteten Raum mit Tischgruppe, Lümmelecke und Spielteppich.

Exkurs: Farbgestaltung und ihr Einfluss

Die Farbauswahl von Möbeln, Dekorelementen und Wänden nimmt einen starken Einfluss auf die Stimmung im Raum. Sie kann dem beabsichtigten Zweck zuträglich sein oder ihn untergraben. Warme Farben wie Rot, Orange oder Gelb wirken in der Regel animierend und eignen sich hervorragend für Spiel- und Begegnungsbereiche. Ein rötlich gestalteter Raum treibt zum Beispiel an und fördert Kraft und Bewegung (kann bei übermäßiger Verwendung jedoch schnell überreizend oder alarmierend wirken). Ein gelber hingegen strahlt Wärme und Geselligkeit aus. Kühlere Farben haben eine ruhigere und konzentrationsfördernde Wirkung. Ein frisches Blau hilft Kindern etwa, sich zu fokussieren, und eignet sich daher hervorragend für Lern- und Lesebereiche. Grün oder Braun vermitteln Natürlichkeit und Geborgenheit und helfen erregten Gemütern, sich wieder zu entspannen.

Auch Sättigung und Kontrast der Farben spielen bei der Raumgestaltung im Kindergarten eine Rolle. Für jüngere Kinder bieten sich dezentere Farbtöne und geringere Kontraste an. So sind sie keinen zu „scharfen“ und diffusen Reizen ausgesetzt, die sie zu sehr aufregen oder verunsichern. Ältere Kinder bevorzugen hingegen häufig sattere Farben und auffälligere Akzente, da diese den Raum beleben und Neugier wecken. Dank der bereits weiter entwickelten Sinne wird die stimulierende Wirkung dabei mühelos vertragen.

Was gilt für die verschiedenen Bereiche in der Kita?

Damit Kinder all ihren Bedürfnissen in Krippe oder Kindergarten nachgehen und sich so ganzheitlich entwickeln können, sind mehrere Bereiche unerlässlich:

  • Spielecke/Aktionsbereich: Ob für Rollenspiele, Motorikübungen oder das Spielen mit Plüschtieren, Puppen oder Autos – der Aktionsbereich ist das Herzstück vieler Gruppenräume. Ausgestattet wird er häufig nicht nur mit Schränken und Regalen voller verschiedener Spielsachen, sondern auch mit kleinen Küchen, Werkbänken, Ladentheken und anderen Spielmöbeln. Ist genug Platz vorhanden, sind auch Spielhäuschen oder -burgen mit Aufgang und Rutsche eine hervorragende Anschaffung, um diesen Bereich zu beleben. Farblich sollte er hell, warm und animierend gestaltet werden.
  • Bau- und Bewegungsbereich: Einige Aktivitäten erfordern Platz; hierzu zählen etwa Bewegungsspiele, Sitzkreise oder aber Bauprojekte mit Holzklötzen, Magnet- oder Steckbausteinen. Ein weiter, freier Bereich, am besten mit einem kurzflorigen Spielteppich ausgestattet, bietet Kindern die Möglichkeit, ihrem Bewegungsdrang auch drinnen nachzukommen oder sich in kreativen Konstruktionen zu verwirklichen. Eine dezente und ruhige Farbgestaltung bildet in diesem Bereich die Grundlage, grellere und kontrastreiche Akzente geben ein wenig Pepp.
  • Kreativbereich/Bastelecke: Für fokussiertes Arbeiten an einem Mal- oder Bastelprojekt sowie für Gesellschafts- und Kartenspiele brauchen Kitas einen Bereich mit Tischen und Stühlen sowie eine konzentrationsfördernde und kreative Atmosphäre. Kühlere und „mystischere“ Farben wie dunkle Blau- und Violetttöne fördern die Konzentration und regen gleichermaßen die Kreativität an.
  • Lese- und Ruheecke: Jeder Kindergarten benötigt einen Raum oder einen Bereich im großen Gruppenraum, in den sich Kinder zurückziehen, Reize verarbeiten und entspannen können. Weiche Sofas, Sitzsäcke oder Matten gehören hier zur Grundausstattung, während sanfte Naturtöne zu einer ruhigen, „entschleunigten“ Atmosphäre beitragen. Auch für eine Vorleserunde eignet sich ein solcher Bereich gut.
Kinder schmökern und entspannen in einer Leseecke, eingerichtet mit Regalen, Bücherboxen und Schaumstoffsitzen.

Weitere Tipps und Tricks für die Raumgestaltung Ihres Kindergartens

Mit der passenden Raumausstattung sowie einer Farbwahl, die die gewünschte Atmosphäre unterstützt, schaffen Sie funktionale und einladende Bereiche, in denen Ihre Schützlinge Spaß haben, lernen und sich auf verschiedene Weise entwickeln können. Neben einer praktischen und ästhetischen Möblierung und Dekoration können Sie zudem noch viele andere Dinge tun, um die Raumgestaltung in Ihrem Kindergarten zu optimieren.

Bereiche ersichtlich abgrenzen: Mithilfe von Raumteilern – Trennwände, Wandschirme, Schränke, Podeste – können Sie die einzelnen Bereiche Ihrer Kita noch besser organisieren. So lassen sich unter anderem klarere Grenzen zwischen Aktions- und Ruhezonen schaffen, jüngere Kinder aus Spielecken mit nicht altersgerechten Spielsachen oder Materialien fernhalten oder aber die Gruppe für bestimmte Spiele leichter in Teams aufteilen. Schränke und Trennwände auf Rollen erlauben es zudem, Bereiche je nach Bedarf schnell und unkompliziert zu vergrößern oder zu verkleinern.

Raumhöhe ausnutzen: Kindergärten müssen häufig mit recht begrenztem Platz arbeiten. Mithilfe von Podesten und mehrstöckigen Spielebenen können Sie den Raum nach oben „erweitern“. Dies bietet den Kindern nicht nur spannende Kletter- und Rutschmöglichkeiten, was die Bewegungsfreude steigert und die motorische Entwicklung fördert. Sie nutzen den vorhandenen Platz auch weitaus besser aus und schaffen völlig neue Perspektiven für Ihre Schützlinge.

Geräuschentwicklung beachten: Die Akustik hat ebenfalls eine große Auswirkung auf die Atmosphäre im Kindergarten. Bei der Raumgestaltung sollten Sie daher auf einen ausreichenden Schallschutz achten, der den Lärm zwischen den einzelnen Bereichen sowie eventuelle Geräuschquellen von außerhalb dämmt. Dies ist insbesondere um die Ruhezonen herum wichtig. Hierbei helfen Akustik-Trennwände oder Schallschutzpaneele für Wand und Decke, aber auch Vorhänge und Jalousien können Geräusche abschirmen.

Multifunktionale Möbel nutzen: Für eine bestmögliche „Leistung“ Ihrer Bereiche bieten sich Möbel und andere Einrichtungsgegenstände an, die mehrere Zwecke erfüllen. So sparen Sie einerseits Platz und können zudem unterschiedliche Funktionen ohne Mehraufwand ergänzen. Verwenden Sie zum Beispiel Spielpodeste mit integriertem Stauraum oder Ausziehbetten, Schaumstoffbausteine, die sich auch als Hocker oder Matten nutzen lassen, Trennwände mit integrierten Motorikspielen und ähnliche Lösungen.

Flexible Raumgestaltung einsetzen: Kindergärten sind wandelbare Orte, die sich auf verschiedene Szenarien einstellen müssen. Waren die Kinder erst einmal mit allen möglichen Abenteuern beschäftigt, vom Klettern auf der Spielburg bis hin zum Malen an den Tischgruppen, ist es plötzlich Zeit für einen Sitzkreis, ein Lernspiel oder den Mittagsschlaf. Hierfür bieten sich flexible und mobile Raumlösungen an: Stühle und Tische auf Rollen, Klapp- und Stapelmöbel, leicht transportable Sitzkissen und Schaumstoffbetten oder modulare Podeste, Tafeln und Aufbewahrungssysteme.

Kinder spielen auf gepolsterten Podesten, Schubladen unter diesen bieten zusätzlichen Stauraum.

So lassen Sie Ihre Schützlinge an der Raumgestaltung im Kindergarten teilhaben

Die Gestaltung und Ausstattung in der Kita wird meist allein von den Erwachsenen übernommen – von Trägern, Raumausstattern und Möbelherstellern sowie von den beschäftigten Erzieherinnen und Erziehern. Diejenigen, die dies jedoch am meisten betrifft – die Kinder selbst – kommen häufig nicht zu Wort. Dabei ist es in vielerlei Hinsicht sinnvoll, Kinder in die Planung und Gestaltung der von ihnen genutzten Bereiche mit einzubeziehen. Oftmals finden die Kleinen sogar Lösungen, auf die die Erwachsenen nicht kommen, da sie die Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Doch wie können Ihre Schützlinge sinnvoll und vor allem altersgerecht bei der Raumgestaltung mitbestimmen? Zunächst einmal ist es wichtig, sie genau und transparent über die geplanten Umgestaltungen zu informieren. Die Kinder müssen wissen, worum es geht, wie sie sich beteiligen und wann und wo sie ihre Meinung äußern können. Hierfür sollten Sie sie über den gesamten Prozess begleiten und unterstützen. Lassen Sie sie außerdem spüren, dass ihre Entscheidungen tatsächlich zählen, also getroffene Vereinbarungen auch tatsächlich umgesetzt werden. Und nicht zuletzt sollte die Mitarbeit immer freiwillig erfolgen: Die Kinder haben das Recht, sich nur an bestimmten Aspekten oder aber gar nicht zu beteiligen.

Mitsprache mit Spiel und Spaß

Beziehen Sie die Kleinen am besten auf kreative und spielerische Art und Weise in die Zusammenarbeit mit ein. Für lange Diskussionsrunden fehlen ihnen in der Regel noch die kommunikativen Fähigkeiten und die Geduld, die man meist erst von Sekundarschülern erwarten kann. Holen Sie sich die Meinung zum Ist-Zustand mit einfachen Fragen ein: Was soll so bleiben, wie es ist? Was soll weg, was neu hinzukommen? Welche Elemente sollen einfach umgeräumt werden? Oder machen Sie ein Spiel daraus: Die Kinder bekommen grüne und rote Marken und verteilen diese im Raum – grüne dort, wo sie sich gern aufhalten, rote an Orten, die sie kaum oder gar nicht nutzen. Dieser „Bestandsaufnahme“ schließt sich dann eine Kreativphase an, in der Ihre Schützlinge konkrete Verbesserungsvorschläge machen. Hier kann es helfen, die Kinder Bilder von ihren Wünschen und Interessen zeichnen und diese dann in die umzugestaltenden Bereiche einfließen zu lassen. Zum Schluss entwickeln Sie und die Gruppe dann realistische Pläne, wie sich die vorgeschlagenen Lösungen tatsächlich umsetzen lassen und welche Kompromisse eingegangen werden könnten.

Auch eine Nachbesprechung ist sinnvoll, um den Prozess sowie die Ergebnisse der Umgestaltung zu erörtern. Zudem gibt Kindern dies die Möglichkeit, alles zu reflektieren und offene Fragen zu klären.

Raumgestaltung mit insGraf: Kindergärten altersgerecht und multifunktional ausstatten

Einen einladenden, vielseitigen und gut strukturierten Gruppenraum zu gestalten ist gar nicht so einfach und hängt zudem von vielen individuellen Faktoren ab. Doch keine Sorge: insGraf hilft Ihnen nicht nur mit einer bündigen Zusammenfassung zum Thema Raumgestaltung im Kindergarten. In unserem Onlineshop finden Sie jede Menge Inspiration zur Ausstattung Ihrer Kita: von einer großen Auswahl an Möbeln, Spielsachen und Dekoration bis hin zu vollständigen Einrichtungsideen für unterschiedliche Bereiche und Konzepten zur Kompetenzförderung. Gern beraten wir Sie individuell – auf Wunsch auch bei Ihnen vor Ort. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf, entweder telefonisch, per Mail oder über unsere Webseite. Dort finden Sie auch verschiedene thematische Broschüren mit Vorschlägen zu Raumausstattung und Aktivitäten mit Ihren Schützlingen.